Reisebericht der Motorradgruppe IPA-Mittelkärnten:
Für 11 Tage verabschiedete sich die Motorradgruppe der IPA-Mittelkärnten, gemeinsam mit Kollegen der IPA Pfortzheim und Freunden der IPA nach Sizilien. Organisiert wurde die Reise persönlich vom Präsidenten der IPA Mittelkärnten, Roland Lederitsch. Insgesamt nahmen 6 Motorräder teil.
27.05. Abfahrt um 08.30 Uhr in Feldkirchen über das Kanaltal nach Venedig, Bologna und weiter in Richtung zum Fährhafen nach Livorno. Die Fahrt ging zügig voran und es wurden hunderte Lkw’s überholt. In Florenz teilte sich die Gruppe unabsichtlich im Verkehrsgewirr in zwei Teile. Ohne Absprache führte die Reise weiter in die Toskana. Nach der Ankunft in Livorno waren wir alle froh, eine kleine Rundreise durch die Toskana durchgeführt zu haben. Es war eine herrliche Fahrt mit zügigen Kurven und frischer Landluft, gepaart mit blühenden Bäumen und Blumen. Dann, die Einfahrt nach Livorno. Plötzlich starker Abendverkehr, Stau, Hitze, Müdigkeit und Gehupe von allen Seiten. Die Anfahrt zum Hafen entwickelte sich trotz neuem Navi zu einer Irrfahrt. Unzählige Runden im Gewirr des Abendverkehrs mussten zurückgelegt werden, bis wir endlich den richtigen Anleger gefunden hatten. Große Erleichterung bei den Teilnehmern, auch die zweite Gruppe war bereits eingetroffen.
Die Einschiffung war problemlos und erfolgte um ca 21.00 Uhr. Nach ein paar gemütlichen Getränken verschliefen wir die nächtliche Überfahrt nach Palermo. Auch tagsüber am Schiff verlief alles ruhig. Ankunft in Palermo City um ca 17.00 Uhr.
28.05. Was es heißt, im Abendverkehr eines Freitages durch Palermo mit dem Motorrad und gesamten Gepäck zu fahren, kann nicht beschrieben werden. Es war die Hölle für uns. Verkehrsampeln und Verkehrszeichen werden kaum beachtet. Auf zwei Fahrspuren fuhren meistens 3 bis 4 Pkw’s nebeneinander und dann noch die unzähligen einspurigen Mopeds zwischendurch. Die Anfahrt zu unserer Hotelunterkunft Al’ Maderig in Castellamare del Golfe im Westen von Palermo war sehr anstrengend und langwierig.
Trotz aller Strapazen wurde das Hotel bald gefunden und wir checkten in einem wunderschönen Hotel ca 30 m oberhalb des Strandes ein. Vor dem Hotel ein Park mit Palmen. Unmittelbar neben dem Hotel verkosteten wir den einheimischen Wein, der uns am weiterziehen hinderte. Wir stillten bei mehreren Pizzen unseren Hunger und nahmen noch einige Gläser Vino Rosso und Bianco ein, bevor wir gegen Mitternacht in unsere Betten fielen.
Bei diesem Lokal lernten wir einen richtigen sizilianischen Rosenverkäufer kennen. Einer der Gruppe kaufte drei Rosen, bei denen wir dann feststellen mussten, dass sie künstlich präpariert und auch mit Tixo geklebt waren, so das keine das Zertifikat „frische Rosen" nur im geringsten erreichte. Wir waren ihm aber nicht böse.
29.05. Nach einem echt italienischen Frühstück, wenig ist mehr, ging unserer Fahrt nach Calatafini und weiter nach Salemi. In diesen Städten ist äußerste Vorsicht geboten. Die Straßen sind mit Marmor geplastert und rutschig wir Schmierseife. Leider musste einer unserer Kollegen diese Erfahrung mit einem kleinen Umfaller unsanft erleben.
Weiter gings durch Oliven- und Weinhänge, duftendem Jasmin, nach Marsala im Südwesten der Insel. Leider konnten wir den weltberühmten Marsala Wein nicht verkosten. Von dort führte unsere Fahrt über Trappani, durch viele Kurven und Serpentinen nach Erice. Diese alte Bergstadt, ca 10 Grad kühler als im Tal, bezauberte uns durch ihre historischen Stätten und wunderbaren Bauwerke. Von dort ging es weiter zum bekannten Badestrand San Vito da Capo. Dort waren bereits sehr viele Touristen. Da erste Regenwolken aufzogen, traten wir den Rückweg an. Die letzten Kilometer vor der Ankunft beim Hotel, leichter Regen und die Straßen waren aalglatt. Alle waren froh beim Hotel angekommen zu sein und das Motorrad abstellen zu können.
30.05. Am nächsten Morgen, alles einpacken und weiter zur nächsten Unterkunft. Die Reise ging über Palermo, wo wir diesmal ohne Probleme durchkamen nach Cefalu und weiter ins Landesinnere nach Castelbuono, wo wir das von außen unscheinbare, doch innen sehr elegante Hotel Paradis bezogen. Nach einer kurzen Besprechung über den weiteren Reiseverlauf, entschloss sich die Gruppe zu teilen. Die eine Gruppe fuhr über den angeschlossenen Nationalpark über eine sehr schöne Bergstraße mit unzähligen „Tornati“ und zügigen Kurven zum Strand nach Cefalu. Die zweite Gruppe fuhr ebenso über den Nationalpark, aber nach Enna. Die antike Altstadt Enna, die auf Grund ihrer wunderschönen geografischen Lage, das Belevedere Siziliens genannt wird, war eine sikulische Festung, eine griechische Kolonie und schließlich Hochburg der Syrakuser, Karthager und Römer. Ein sehenswerter Ausflug, den jeder Sizilienbesucher nicht missen sollte.
Am 31.05. legten wir einen Ruhetag ein. Vor der Abfahrt dann ein Problem mit dem Tankschloss an einer Bayrischen 1200 LT. Dabei lernten wir die einheimische Zuvorkommenheit und Hilfsbereitschaft der Einwohner kennen.
Ohne langes Zögern wurde die Reparatur kostenlos durchgeführt. An diesem Tag fuhren wir nach Cefalu, wo wir in den unzähligen Altstadtgassen bummelten, die Sehenswürdigkeiten besichtigten und anschließend bei ca 30 Grad Lufttemperatur und ca 25 Grad Wassertemperatur ein paar herrliche Bade- und Ruhestunden am Meer genossen.
Am 01.06. stand wieder ein Hotelwechsel an. Die Fahrt führte uns von Castelbuono über die SS 113 nach Vigliatore. Eine wunderbare Küstenstraße, mit türkisblauen Wasser, Palmen, blühenden Oleandersträuchen, gelb blühendem Ginster, Zitronen und Orangenhainen, die Erinnerungen an einen Karibikstrand aufkommen ließen. Dann bogen wir auf die Bergstraße nach Francaville de Sizilia ein. Diese führte uns auf 1850 m Seehöhe. Eine tolle Bergfahrt, die an den Großglockner in Kärnten erinnert. Weiter gings nach Taormina, wo wir das griechische Theater, die zweifelssohne bedeutendste Touristenattraktion des Landes besichtigten, weiters die Altstadt, die schöne Geschäfte und Lokale beinhaltet. Danach ging es zu unserm Quartier über Catania nach Carlentini, ins Hotel Trenuta Roccadia, ein altes Rittergut, erbaut um 1070 n.C., ruhig und romantisch.
Am 02.06. führte unsere Tagestour nach Siracusa. Siracusa ist aus künstlerisch - historischer Sicht, eine der reichsten Städte des antiken Europas. Sie hat zwei Häfen, den Porto Piccolo und den Porto Grande. Die Häfen sind durch einen Kanal miteinander verbunden, der die Insel Ortigia vom Festland trennt. Der Name Ortigia bedeutet auf deutsch Wachtel und ist benannt nach der gleichnamigen Vogelrasse „Wachtel“.
Wir besichtigten in einem Rundgang die Insel Ortigia. Die Altstadt mit dem alles überragenden Plazza Duomo, wo man den Dom als gigantisches Bauwerk vorfindet.
Nach Besichtigung der Stadt weiter mit den Motorrädern nach Avola. An einem Campingplatz, eine kurze Abkühlung im Meer, einen Kaffe an der Strandpromenade und zurück ins Quartier. Mit einer gemütlichen Abschlussbesprechung bei Wein und Bier endete dieser Tag.
Unser Sizilienaufenthalt geht am 03.06. dem Ende zu. Unsere Fahrt führt uns nun an den Ätna. Nachdem unser Navi versagt hatte, ging es dreimal um einen Kreisverkehr, bis wir die Richtung gefunden hatten. Es war wieder ein sehr heißer Tag und unsere psychische Belastung hatte unsere Grenzen erreicht. Nach kurzer Weiterfahrt erwischten wir wieder eine falsche Ausfahrt und fuhren in den Ort Misterbianco. Die Ortsdurchfahrt entwickelte sich zu einer schweißtreibenden Sonderprüfung. Über aalglatte Pflastersteine gings steil bergauf, plötzlich mitten im Steilhang eine Stoptafel, dann fast rechtwinkellige, ansteigende Kurven, bis wir endlich am Ortsende waren. Kurze Verschnaufpause – endlich Richtung Ätna. Wir fuhren auf der Nordseite auf, wo wir viele Lavaströme querten. Je höher wir kamen, wurde es windiger und kühler. Für Biker eine Fahrt, die alle Wünsche erfüllt. Mit Blick auf Catania ging es in Richtung Autobahn bis zur Abfahrt Süd und die Küstenstraße bis zum Hafen. Ohne gröbere Irrfahrten, trotz irrsinnig starken Verkehrs sind wir endlich am Hafen. Zum Lohn gab es in einer Hafenkneipe ein kühles Bier. Um 19.30 Uhr auf die Fähre und eine Nachfahrt bis nach Neapel.
Am 04.06. um 10.00 Uhr Ankunft am Hafen von Neapel . Unsere Fahrt führt uns nun in den Süden, nach Sorrent. Die Ausfahrt von Neapel entwickelte sich wieder zu einer nervenraubenden und anstrengenden Fahrt über die stark befahrenen Stadtautobahnen. Für ca 40 km fahren wir mehr als 2 Stunden. Schweißgebadet kamen wir in Sorrent an und bezogen unsere Zimmer im schönen Hotel Corallo, das auf einer Steilwand, ca 60 m über dem Meeresspiegel steht. Nach kurzer Abkühlung gingen wir zu Fuß zum Fährhafen und fuhren zur Insel Capri. Schon bei der Einfahrt in den Hafen entdeckten wir den Reiz der Insel. Schöne Häuserfassaden, verschiedenste duftende blühende Blumen, Palmen, schöne Restaurants und die steil aufsteigende in den Felsen gemeiselte Straße zum Berg und zur Villa Axel Munthe. Wir fuhren die abenteuerliche Fahrt mit dem Bus auf den Berg. Uns erwartete eine faszinierende Aussicht in die Bucht von Capri, die Strände und Neapel sowie im Hintergrund den Vesuv. Im Ort selbst fanden wir herrliche Boutiquen, Eisdielen und Cafes vor, die zum längeren Verweilen einluden. Leider mussten wir wieder ins Tal zurück. Wir legten die sehr steil abfallende Strecke zum Teil per Bus und teils zu Fuß über unzählige Stufen zum Hafen zurück. Mit der Fähre in Sorrent angekommen, genossen wir die rot untergehende Sonne, bei Wein und einem guten Fischessen.
Am 05.06. nächsten Morgen verließen wir mit Wehmut das schöne Hotel am Meer und fahren die Landesstraße in Richtung Amalfi. Diese Küstenstraße bezaubert durch romantische und wunderbare Aussicht auf das Meer, den schönen Sandstränden und Dörfern. Entlang der Straße gab es unzählige Obst- und Zitronenstände. Die Straße ist zwar sehr eng und stark frequentiert, ist aber durch eine gut organisierte Verkehrregelung recht flüssig zu befahren. Beeindruckend sind die guten fahrerischen Kenntnisse der Busfahrer und Zusteller mit Lkw`s. Der Ort Amalfi beeindruckt durch den schönen Strand und den bezaubernden Ort mit Ausblick auf das Meer.
Die schöne Küstenstraße endet nun in Salerno und wir fuhren über die Autobahn in Richtung Bari. Auf dieser Strecke waren so weit das Auge reichte, Olivenhaine, Getreidefelder, Zucchinifelder und hunderte Winderräder zu sehen.
Nach einigen unabsichtichen Kleinstadt- und Dorfbesichtigungen, wo wir eine Kneipe suchten, aber keine offene fanden, kamen wir dann im Hafen von Bari an. Dort gab es endlich was zu essen und auch zu trinken. Um 23.00 Uhr legte die Fähre an und die Einschiffung mit nächtlicher Überfahrt über die Adria nach Dubrovnik begann.
Bereits am Vorabend wurde uns die morgendliche Zollkontrolle zur Kenntnis gebracht. Um 06.00 Uhr mussten wir aufstehen und mit unseren Motorrädern das Schiff verlassen, uns der Einreise stellen, um um 09.00 Uhr wieder auf das Fährschiff Marco Polo zu fahren. Die Reise auf der Fähre war sehr schön und wir konnten uns von den Strapazen der letzten Tage erholen. Wir genossen während der Fahrt sehr schöne Ansichten der kroatischen Küste, deren Inseln, kleinen Städtchen und lieblichen Ortschaften. Nach Tagen italienischer Küche freuten wir uns über die tolle Küche auf dem Schiff, es gab endlich wieder gebratenes und gegrilltes Fleisch zu essen. Da schlugen wir richtig zu, einfach herrlich.
Die Ankunft unseres Schiffes in Rijeka erfolgte am 07.06. pünktlich um 07.00 Uhr und die anschließende, nicht sehr lange Heimreise nach Kärnten erfolgte ohne Probleme. Weil wir das Ende der Reise noch genießen wollten, fuhren wir einen kleinen Umweg nach Klagenfurt um in der Schleppe Kurve noch ein gutes Kärntner Bier zu nehmen.
Feldkirchen, am 12.06.2010 / Redaktion: Heinz und Inge Schöffmann
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